Maulkorb für den Hund

Rottweiler mit einem starren Maulkorb
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Maulkorb für den Hund
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Für den einen ist er ein No-Go, für andere hingegen ist er ein praktischer Begleiter für den eigenen Vierbeiner. Und auch der Gesetzgeber hat hier ein ordentliches Wort mitzusprechen. Gemeint ist nicht der Hund an sich, sondern sein Maulkorb. Die wenigsten Halter von Hunden besitzen überhaupt einen Maulkorb.

Bei den meisten Hunderassen ist er auch nicht notwendig. Für Kampfhunde ist er allerdings vorgeschrieben. Nach den jüngsten Vorfällen mit Beißattacken, bei denen sogar erstmalig Menschen zu Tode gekommen sind, ist der Maulkorb wieder in aller Munde. Im Grunde genommen handelt es sich bei einem Maulkorb nur um einen Mundschutz, der sowohl das Tier selbst als auch seine Umwelt schützen soll.

Der Hund kann also mit einem Maulkorb keine giftigen Stoffe wie zum Beispiel ausgelegte Giftköder aufnehmen. Im Gegenzug kann er damit weder andere Tiere noch Menschen beißen. Bei Kampfhunden macht diese Regelung also durchaus Sinn. Aber natürlich könnten auch einige andere Rassen einen Maulkorb tragen. Schließlich kommt es immer auf das generelle Verhalten eines Hundes an.

Ein aggressiver Hund sollte draußen immer einen Maulkorb tragen, man kennt dies auch von Polizeihunden. Auch wenn diese in den wenigsten Fällen aggressiv sind. Dennoch sind viele Hundebesitzer natürlich eher skeptisch, wenn es um die Anschaffung eines Maulkorbes geht.

Man möchte seinem eigenen Hund eben nur sehr ungern einen Maulkorb verpassen. Wir Menschen mögen es ja auch nicht, wenn jemand uns einen “Maulkorb” im übertragenen Sinn verpassen möchte. Doch ist eine Hundehaltung komplett ohne Maulkorb überhaupt empfehlenswert?

Rottweiler und Chihuahua mit Maulkorb
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Jeder Hund ist individuell!

Wie schon gesagt muss jeder Hund für sich gesehen werden. Während ein Maulkorb bei Kampfhunden Sinn macht und deshalb auch vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, müssen die meisten Hunde eigentlich keinen Korb am Maul tragen. Dennoch kann man ihnen ohne Probleme einen Maulkorb anlegen.

Es scheint sie nicht zu stören, es macht ihnen auch nichts aus. Lässt ein Hund sich keinen Maulkorb anlegen, hat dies oft andere Gründe. Bei manchen Hunden kann es auch sinnvoll sein zu gewissen Anlässen einen Maulkorb zu tragen. Der Besuch beim Arzt könnte dafür ein gutes Beispiel sein.

Einige Hunde versetzt der Arztbesuch in extreme Stresssituationen. Aufgrund dieser Ausnahmesituation reagieren manche Hunde vielleicht anders als es der Besitzer gewohnt ist. Meistens sind die Hundebesitzer selbst geschockt über das Verhalten des geliebten Vierbeiners.

Das fängt schon im Wartezimmer an und endet nicht selten bei der Untersuchung durch den Tierarzt. Auch der Arzt muss sich natürlich darauf verlassen können, dass er während der Behandlung nicht gebissen wird. Für solche Situationen sollten alle Besitzer eines Hundes darüber nachdenken, ob ein Maulkorb kurzfristig zum Einsatz kommen sollte.

Der Hund auf der Liste

Bei sogenannten Listenhunden handelt es sich um gewisse Rassen, die ab einem bestimmten Alter automatisch einen Maulkorb tragen müssen. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Mit einem Wesenstest können sie die Pflicht zum Führen eines Maulkorbes allerdings umgehen. Vorausgesetzt der Test wird auch bestanden.

Ansonsten hat der Hund auf der Liste keine andere Wahl als einen Maulkorb angelegt zu bekommen. Doch diese Listen können je nach Bundesland stark abweichen. Nicht für jedes Bundesland gilt die gleiche Liste.

Das kann für viele Besitzer von Hunden durchaus irritierend sein. Außerdem kann ein bestandener Wesenstest natürlich nicht dafür garantieren, dass der Hund in stressigen Situationen sein Verhalten instinktiv ändert und sich nicht wie erwartet verhält.

Hier hat der Gesetzgeber noch keine einheitliche Regelung gefunden. Sicher wäre es für alle Beteiligten einfacher, wenn das Tragen des Maulkorbs im gesamten Bundesland ganz klar geregelt ist.

Lässig oder fahrlässig?

Ansonsten kann ein Hundebesitzer relativ frei entscheiden, ob er seinem Hund einen Maulkorb anlegt oder eben nicht. Sofern das Tier in der Vergangenheit nicht negativ aufgefallen sein sollte, spricht nichts gegen ein Maul ohne Korb davor.

Anders sieht es natürlich bei “Ersttätern” aus. Sie haben bereits gezeigt, dass sie andere erheblich verletzen können, wenn sie keinen Maulkorb tragen. Beim Gassi gehen sollte der Halter eines Hundes seinen Liebling natürlich mit Argusaugen beobachten. Wie interagiert er mit anderen Hunden und welche Gefahr geht generell mit ihm um.

Es liegt in der eigenen Verantwortung des Halters sein Tier richtig einschätzen zu können und die Umwelt gegebenenfalls vor dem Tier zu schützen.

Alles andere wäre fahrlässig!

Viele Halter haben beim Tragen eines Maulkorbes optische Bedenken. Sie möchten natürlich auch ihre Vierbeiner gut aussehend wissen. Deshalb pflegen sie sein Fell, ernähren ihren Hund gesund – und verpassen ihm keinen Maulkorb. Zudem ist das Image eines Maulkorbes nicht das beste.

Schließlich suggeriert ein Maulkorb zwar Sicherheit, das heißt aber auch, dass der Träger gefährlich ist und schon einiges angerichtet haben muss.

‘Ansonsten müsste er ja nicht diesen Maulkorb tragen’, werden sich andere denken.

Die (Eigen-) Verantwortung des Halters

Damit landet quasi jeder, der einen Maulkorb trägt, in einer Schublade. Selbst wenn er dort gar nicht hinein gehört. Man muss sich von anderen also auch einiges anhören, wenn der Maulkorb beim Gassi gehen ein treuer Begleiter ist oder sein muss.

Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum viele Besitzer ihren Hund lieber ohne Maulkorb sehen. Zumal er mit Maulkorb unterwegs auch nichts fressen, sondern nur trinken kann. Der Maulkorb an sich ist also nicht besonders beliebt. Das soll er auch gar nicht sein.

Er ist viel mehr Mittel zum Zweck. Der Maulkorb ist auch nicht für den Träger, er dient zum Schutz der anderen. Denn hat ein ausgewachsener Hund erst einmal zugebissen, ist es oft schon zu spät. Der Maulkorb ist ein einfaches Werkzeug, um aggressiven Angriffen von Hunden vorzubeugen.

Und deshalb ist es wichtig, dass die Hunde, die ihn tragen müssen und auch die Hunde, die einen tragen sollten, stets mit einem Maulkorb versehen werden. Und da der Hund diesen nicht selbst anlegen kann, ist der Halter hier ganz klar in der Pflicht. Er allein trägt die Verantwortung für seinen Hund!

Der will doch nur spielen

Es gibt jene, die diesen Satz immer wieder hören, wenn ein Hund auf sie zu läuft. Und dann gibt es die, die diesen Satz immer wieder sagen. Auch wenn (fast) jeder Halter davon überzeugt ist, dass sein Hund niemals beißen würde: sicher ist das nicht! Und deshalb sollte sich auch niemand auf diesen Satz verlassen, ansonsten könnte das fatale Folgen haben – und zwar für beide Seiten!

Doch ein Maulkorb kann nicht nur andere, sondern auch den Hund selbst schützen. Immer wieder kommt es vor, das Fremde Giftköder auslegen, die jedem Hund erheblichen Schaden zufügen können. Mit Maulkorb ist die Gefahr gebannt.

Aus optischen Gründen ist der Maulkorb vielleicht nicht zu empfehlen und er hat auch nicht den allerbesten Ruf bei der Bevölkerung. Allerdings macht er in manchen Fällen durchaus Sinn. Und für einige wenige Hunde ist es auf jeden Fall besser, dass sie dazu verpflichtet werden ihn zu tragen. Ein Maulkorb hat in erster Linie nur eine Funktion, und die heißt: Schutz!

Auf die Größe und das Material kommt es an!

Im Grunde genommen gewöhnt sich der Hund an das Tragen eines Maulkorbes wie an die Leine. Der Halter muss das mit seinem Hund trainieren. Wichtig ist natürlich auch die richtige Größe. Sie muss individuell an den Kopf des Hundes angepasst werden.

Auch das Material kann den entscheidenden Unterschied machen, wenn es um den Tragekomfort geht. In der Regel sind Maulkörbe aus Leder, es gibt aber auch andere Varianten. Die Größe und das Material müssen passen, dann stört sich der Hund, dem ein Maulkorb verpasst wurde, nicht weiter daran.

Das Thema Maulkorb ist heikel und ein seit Jahren vielfach diskutiertes Thema. Teilweise ist es immer noch ein Tabu, was auch manche Halter dazu animiert, sich nicht weiter darum zu kümmern. Fakt ist: die Hunde, die ihn tragen müssen, sollten das auch tun!

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