Läufigkeit Hündin – Der umfassende Ratgeber

Infografik zu den 4 Phasen der Läufigkeit
Läufigkeit Hündin – Der umfassende Ratgeber
Bewerte diesen Artikel

Sowohl bei uns Menschen, als auch bei den Tieren ist es ein ganz normaler Umstand, der auf einem ganz natürlichen Trieb basiert: Die Läufigkeit. Sobald ein weibliches Tier die Sexualreife erreicht hat und in die fruchtbare Phase ihres Lebens kommt, wird es läufig. Dies kann, besonders bei Hunden, zu einem veränderten Verhalten führen, das dem Besitzer oder der Besitzerin vorher nicht bekannt war.

Läufigkeit Hündin- Was passiert?

Dass eine Hündin läufig wird, steht fest. Wann sie allerdings läufig wird, steht keinesfalls fest und ist bei jeder Hündin verschieden. Entscheidend für den Zeitpunkt des Einsetzens der Läufigkeit ist, dass die Hündin ausgewachsen ist und ihre vollständige Körpergröße erreicht hat. Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zum einen von der Rasse, zum anderen aber auch von der Versorgung des Tieres durch den Halter. Bekommt die Hündin nicht ausreichend Futter, wird sie auch im Wachstum und in der Entwicklung gehemmt und die Sexualreife setzt später ein. Ein gesundes Hundefutter ist wichtig. Der Beginn der Sexualreife eines Hundes ist mit der menschlichen Pubertät vergleichbar.

Durch die Läufigkeit der Hündin verändert sich der Körper, Hormone werden ausgeschüttet und auch das Verhalten wird beeinflusst. Mit viel Geduld kann der Halter dem entgegenwirken und das jugendliche Verhalten des Hundes, der seine Grenzen austesten will und diese auch gerne überschreitet, eindämmen.

 

Die Phasen der Läufigkeit bei Hündinnen und deren Anzeichen

Infografik zu den 4 Phasen der Läufigkeit

Die Läufigkeit bei einer Hündin wird biologisch in vier Phasen eingeteilt. Proöstrus (Vorbrunst), Östrus (Brunst), Metöstrus (Nachbrunst) und Anöstrus.

1. Proöstrus

In der Proöstrus Phase, der ersten Vorbrunst Phase, riecht die Hündin bereits sehr verlockend für Rüden. In dieser ersten Phase der Läufigkeit einer Hündin schwillt die Vulva merklich an und es tritt Flüssigkeit aus.

Diese kann je nach Hund und Rasse unterschiedlich sein. Von einem tiefen dunkelrot bis hin zu einem hellen rot. Auch die Menge ist unterschiedlich. Manche Hündin blutet stärker als eine andere. Die Hündin ist in dieser Phase noch nicht fruchtbar und dies äußert sich auch in ihrem Verhalten. Sie reagiert auf aufdringliche Rüden aggressiv und versucht sich diese auf Distanz zu halten.

2. Östrus

Direkt anschließend, manchmal aber auch fließend, folgt die richtige Brunst Phase. Genannt Östrus. Diese Phase ist die eigentliche Deckphase. Die Hündin ist richtig „heiß“ (Heiß ist ein Synonym für die Läufigkeit bei Hündinnen) und bereit für den Rüden. Sie bleibt oft stehen und wendet die Rute zur Seite, damit der Rüde mit seinem Penis eindringen kann. Aufgrund dessen bezeichnet man dies auch als „Standhitze„. Die fruchtbaren Tage mit mehreren Eisprüngen befindet sich am Anfang der circa neun tägigen Östrus Phase.

Sichtbar ist ein eher wässriger Scheidenausfluss.

3. Metöstrus

Nach der Östrusphase klingen die Symptome langsam ab. Dies wird als Metöstrus, oder auch Nachbrunst, bezeichnet. Hierbei nimmt auch der Ausfluss ab und der Sexualtrieb wird gemildert. Diese Phase ist deutlich daran zu erkennen, dass der Ausfluss sich leicht gelblich verfärbt. Ist es zu einer Befruchtung der Eizelle gekommen, so wandert diese nun in die Gebärmutter und beginnt sich zu entwickeln.

Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass die Eizelle die notwendigen Bedingungen in der Gebärmutter vorfindet. Die Ausschüttung erfolgt jedoch nur in dieser Phase und wird dann gestoppt.

Problematisch ist allerdings, dass das Abebben der Ausschüttung von Progesteron die Produktion des Hormons Prolaktin anregt. Dies führt zu einer Scheinschwangerschaft, da es die Milchproduktion einsetzen lässt. Ist ein Hund scheinschwanger, so kommt es zum Anschwellen des Gesäuges.

Diese Scheinschwangerschaft kann bis zu 12 Wochen dauern und führt auch zu Veränderungen der Hündin. Aggressivität oder Depressivität sind möglich.

Die Scheinschwangerschaft kann sich nach zwei oder drei Wochen wieder legen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, hilft zuerst einmal Ablenkung und Beschäftigung. Je nach Situation kann ein Besuch beim Tierarzt ratsam sein, wenn sich das Verhalten nicht von selbst wieder gibt.

4. Anöstrus

Die Läufigkeit einer Hündin endet mit der Anöstra Phase. Das Hormonlevel pegelt sich wieder auf ein normales Maß ein. Die Dauer dieser Phase ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Die nächste Läufigkeit einer Hündin kann nach mehreren Wochen oder auch nach mehreren Monaten wieder einsetzen.

Anzeichen und Verhalten von Hündinnen bei der Läufigkeit

Welpen im HundekörbchenWenn eine Hündin läufig ist, so ändern sich ihre Psyche und ihr Verhalten. Der Halter kann einige auffällige Verhaltensänderungen feststellen, auch bevor die richtige Läufigkeit einsetzt. Grundsätzlich sind die meisten Hündinnen ca. alle sieben Monate läufig.

Im Vorfeld sollte bereits auffallen, dass die Hündin besonders oft Urin absetzen muss. Auf Spaziergängen, ob kurz oder lang, wird sich die Hündin häufiger hinsetzen, um zu urinieren. Manche heben hierbei auch eines der Hinterbeine an, was sie normalerweise nicht machen. Dabei geht es jedoch nicht in erster Linie um das Urinieren, sondern um das Absetzen von Duftmarken für die Rüden. Eine Inkontinenz bei Deinem Hund liegt hier nicht vor.

Zu empfehlen ist hier eine Hundetoilette .

Ein weiteres Anzeichen für die Läufigkeit bei Hündinnen geht nicht direkt von ihr selbst aus. Der Halter bemerkt es gerade an den Rüden, die sich vermehrt für die Hündin interessieren und aufgeregt an ihr schnüffeln.
Konkrete Verhaltensmuster lassen sich nur schwer theoretisch darstellen, da jeder Hund unterschiedlich ist.

Manche Hündinnen sind während der Läufigkeit deutlich unruhiger, manche sind deutlich ruhiger. Manche verändern ihr Verhalten gar nicht merklich, manche werden auch zu kleinen Rebellinnen und hören nicht mehr auf bestimmte Kommandos. Die Erfahrung zeigt aber, dass jeder Besitzer die jeweiligen Vorzeichen einer Läufigkeit erkennt, sobald die Hundedame ein oder zwei Mal läufig war.

Ein Schutzhöschen für’s Hündchen

Den Ausfluss, den die Hündin produziert, leckt sie in der Regel selbst ab und hält sich somit sauber. Jedoch nicht kontinuierlich. So kann es passieren, dass hier und da auch ein Tropfen verloren geht und auf dem Teppich landet. Schützen können sich die Besitzer, indem sie der Hündin ein spezielles, natürlich ihr passendes, Höschen überziehen.

Das saugt den Ausfluss auf und kann mit gewaschen werden. Jedoch sollte die Hündin erst langsam an das Höschen gewöhnt werden. Mitunter kann es passieren, dass sie versucht das Höschen wieder los zu werden. Hat sie sich allerdings daran gewöhnt, sind alle Probleme beseitigt.

Der letzte Schritt: Die Kastration

Die Kastration ist die vollständige Unfruchtbarmachung eine Hündin und wird von einem Tierarzt durchgeführt. Bei dem in der Regel maximal 90 Minuten dauernden Eingriff werden die Eierstöcke und manchmal auch die Gebärmutter entfernt. Nach der Kastration werden keine Sexualhormone mehr produziert und die Hündin kann nicht mehr läufig werden.

Neben dem Effekt, keine Jungen mehr bekommen zu können, tritt auch keine Scheinschwangerschaft mehr ein und das Risiko für Tumore im Gesäuge sinkt. Wer seine Hündin nicht kastrieren, aber trotzdem die Läufigkeit unterbinden möchte, kann auch zu Medikamenten greifen. Hier ist allerdings zwingend der Tierarzt zurate zu ziehen, da das Krankheitsrisiko für die Geschlechtsorgane steigt.

Hündin, Rüde und WelpeDie Hündin verhält sich plötzlich anders als sonst und eine Erkrankung ist auszuschließen? Kein Grund zur Beunruhigung! Oft lassen sich merkwürdige Verhaltensweisen mit der beginnenden Läufigkeit des Tieres erklären.

Verdächtige Blutungen

Am leichtesten und am zuverlässigsten lässt sich die einsetzende Geschlechtsreife der Hündin in der Frühphase erkennen. Genau dann sondert das Tier nämlich in regelmäßigen Abständen ein schleimiges, blutiges Scheidensekret ab. So empfiehlt es sich, den Hundekorb häufig auf verdächtige Blutflecken zu untersuchen.

Aber Achtung: Ein einzelner Blutfleck ist noch lange kein Beweis für eine Läufigkeit. Sollte aber immer öfters schleimiger, blutiger Ausfluss festgestellt werden, ist dies ein eindeutiges Anzeichen für das erste Stadium der Fortpflanzungszeit.

Diese Phase, der sogenannte „Proöstrus“ oder die „Vorbrunst“, dauert in der Regel neun Tage, aber auch individuelle Abweichungen sind möglich. Die Dauer kann nämlich von Hündin zu Hündin stark variieren. Zwischen 3 und 21 Tagen ist alles denkbar.

Gesteigertes Interesse der Rüden an der Hündin

Zuverlässig diagnostizieren lässt sich die beginnende Geschlechtsreife auch mit der Anziehungskraft der Hündin auf das männliche Geschlecht.

Ist das Tier läufig, so wirkt es besonders attraktiv auf unkastrierte Ründen. Diese können und wollen nämlich kaum noch von der Hündin ablassen.

Deshalb sollte während des Gassigehens besonders auf die Reaktionen der Rüden geachtet werden. Sind die Reaktionen stärker und auffälliger als gewohnt? Wollen sie das Weibchen kaum mehr vorbeiziehen lassen?

Dann kann meist von einer gesteigerten Attraktivität der Hündin auf das andere Geschlecht und damit von der beginnenden Geschlechtsreife ausgegangen werden.

Fruchtbar ist das Tier in dieser Zeit aber noch nicht. So gibt sie sich ihren vielen Verehrern gegenüber zumeist zickig und abweisend. Sobald sie ihr zu nahe kommen, versucht, sie ihnen auszuweichen oder sogar nach ihnen zu schnappen. Auch mit lautem aggressivem Bellen will sie sich die Rüden vom Leib halten.

Auch die beste Erziehung fruchtet nicht mehr

So gut die Hündin auch erzogen sein mag, sobald die Läufigkeit beginnt, kann sie ihre gute Schule schon das ein oder andere Mal vergessen.

Sie läuft weg, zeigt sich gegenüber anderen Hunden aggressiver als sonst und missachtet die Befehle des Herrchens oder Frauchens.

Von Hund zu Hund können auch ganz unterschiedliche Anzeichen auftreten. So gehen viele Vierbeiner auf Kuschelkurs. Sie brauchen mehr Zuneigung und Streicheleinheiten als gewohnt.

Andere wiederum werden verschlossen und ziehen sich zunehmend zurück. Wieder andere werden rastlos und aggressiv.

Aber Vorsicht: Nicht jedem Hund ist eine Veränderung anzumerken. So ist die Paarungsbereitschaft auch bei normalem Verhalten nie gänzlich auszuschließen.

Der Genitalbereich wird interessanter

Sollte die Hündin einmal ihren Genitalbereich ablecken, dann hat das noch nichts zu bedeuten. Macht sie das aber besonders häufig und schenkt Ihrem Intimbereich einfach generell mehr Aufmerksamkeit als gewohnt, so ist dies meist ein relativ sicheres Zeichen, dass Ihr Vierbeiner läufig ist.

Hinzu kommt ein gehäufter Urinabsatz. Beim Gassigehen sollt also verstärkt darauf geachtet werden, ob das Weibchen häufiger uriniert als üblich. Sollte dies der Fall sein, dann sollte am besten ein weiter Bogen um männliche Verehrer gemacht oder das Tier enger an der Leine gehalten werden.
Als Läufigkeit oder Hitze wird in der Kynologie die eigentliche Brunstphase im Sexualzyklus einer Hündin bezeichnet. Der Begriff ist jedoch leider nicht ganz eindeutig definiert. Manchmal verwendet man ihn für die gesamte Phase des mit Scheidenausfluss einhergehenden Abschnitts des Sexualzyklus (Proöstrus, Östrus und früher Metöstrus), manchmal aber auch nur für die eigentliche Phase des Follikelsprungs (Östrus).

Übersicht

  1. Eintritt der ersten Hitze
  2. Hitzedauer und Hitzeintervalle
  3. Abweichungen von der Regel, erste Hitze
  4. Typischer Verlauf einer Läufigkeit
  5. Proöstrus (Vorbrunst)
  6. Östrus (Brunst)
  7. Metöstrus (Nachbrunst)
  8. Anöstrus (Ruhephase)

In der Regel sind Hündinnen 21 Tage läufig. Die Duldungsphase, auch „Standhitze“ genannt, in der sie deck- und empfängnisbereit sind, dauert meist nur wenige (fünf bis sechs) Tage, wobei jedoch der Beginn dieser Phase von Hündin zu Hündin individuell unterschiedlich ist. So kann es sein, dass beispielsweise die eine Hündin bereits am achten Tag „steht“, die andere dagegen erst am sechzehnten Tag.

Bis circa zur Hälfte der Hitze ist das aus der Vulva austretende Blut meist dunkelrot. Dann nimmt es eine bräunliche Fleischwasserfarbe an und wird allmählich immer wässriger, bis der Ausfluss schließlich ganz aufhört. Normalerweise bedeutet heller werdender Ausfluss, dass es nun langsam „ernst“ wird.

Aber leider gibt es auch Hündinnen, die sich schon während der Dunkelblut-Phase von Rüden decken lassen und davon dann auch trächtig werden. Gelegentlich bluten Hündinnen auch bis zu drei Wochen lang. Wenn man mit seiner Hündin irgendwann züchten will, empfiehlt es sich, von der ersten Hitze an minutiös Buch über deren Ablauf zu führen.

Eintritt der ersten Hitze

WelpenEine Hündin gilt als geschlechtsreif, sobald sie das erste Mal läufig wird. Sofern die Hündin nicht früh kastriert wurde, ist das entweder im Lauf des ersten oder des zweiten Lebensjahres der Fall, meistens im Alter von sechs bis zwölf Monaten. Als ausschlaggebend für diesen Zeitpunkt gilt das Erreichen des endgültigen Körpergewichts.

Während Hündinnen kleiner Rassen oft schon im Alter von sechs Monaten ausgewachsen sind und daher schon mit einem halben Jahr erstmals läufig werden, erreichen Hündinnen großer Rassen ihr definitives Körpergewicht erst im zweiten Lebensjahr und gelangen dementsprechend auch erst später in die Geschlechtsreife.

Auch kann der Eintritt der ersten Hitze in Abhängigkeit von Umwelteinflüssen oder Haltungsbedingungen variieren, beispielsweise, wenn die heranwachsende Hündin eine Krankheit durchlebt oder wenn sie unter kargen Bedingungen mit zu wenig Futter heranwächst.

Doch jede Hündin ist anders und grundsätzlich ein Individuum, das keiner Normierung gehorcht. Manche gesunde kleine Hündin wird erstmals mit zwei Jahren läufig, und auch eine große Hündin kann regelwidrig schon mal im ersten Jahr läufig werden. Ausnahmen bestätigen auch hier gelegentlich die Regel.

Hitzedauer und Hitzeintervalle

Das Gros der Hündinnen wird alle sechs bis sieben Monate läufig. Jedoch bestehen hinsichtlich der Hitzeintervalle erhebliche rassebedingte wie auch individuelle Unterschiede, die zwischen vier und zwölf Monaten schwanken können. Die Dauer der eigentlichen Hitze beträgt im Schnitt 18 Tage (je neun Tage für Proöstrus und Östrus).

Rassen vom Urtyp wie der Basenji, der Thai Ridegeback und andere sehr ursprüngliche Hunderassen wie der Tibet Mastiff und häufig auch Vertreter der nordischen Hunderassen werden oftmals nur ein einziges Mal im Jahr läufig – ähnlich wie Wolf und Dingo. Die Zyklusintervalle von Hündinnen größerer Rassen liegen oft zwischen acht und elf Monaten, wohingegen kleinere Rassen meist alle fünf bis sieben Monate läufig werden.

Bei vielen Hündinnen bleiben die Länge des Zyklus sowie die Intervalle dazwischen ein ganzes Leben lang gleich. Zumindest junge, gesunde Hündinnen weisen meist so exakte Zykluslängen und -intervalle auf, dass man nach diesen schon fast die Uhr stellen kann. Auch wenn die Zykluslängen individuell verschieden sind, so bleiben sie doch bei den meisten Hündinnen ab der zweiten Läufigkeit ziemlich konstant bis zum Alter von etwa fünf bis sieben Jahren.

Abweichungen von der Regel, erste Hitze

Bei älteren Hündinnen sowie bei Hündinnen mit unterschiedlichen Grunderkrankungen kann es zu Unregelmäßigkeiten wie verkürzten oder verlängerten Zyklusintervallen oder gar zum kompletten Ausbleiben der Hitze kommen. Bei älteren Hündinnen verlängert sich des öfteren die Anöstrusphase, wodurch die Hitze dann nur noch einmal jährlich eintritt. Oft sind auch die Anzeichen nicht mehr so deutlich ausgeprägt wie in jüngeren Jahren. Eine Menopause wie bei uns Menschen gibt es bei Hunden jedoch nicht.

Hinzu kommt, dass die erste Hitze bei einer Hündin oft nicht ganz nach Schema verläuft, da sie zu diesem Zeitpunkt körperlich noch nicht ganz fertig entwickelt ist und sich alles erst richtig einpendeln muss. Manchmal kommt es nur zu einer sogenannten „stillen“ oder „weißen Hitze“. Hierbei treten, trotz vorhandener innerer hormoneller Vorgänge, keine äußerlich sichtbaren Anzeichen wie beispielsweise Ausfluss oder Verhaltensbesonderheiten auf. In einem solchen Fall kann die Hündin läufig werden, ohne dass man es bemerkt. Beobachtet wurde diese Erscheinung meistens bei jungen und rangniederen Hündinnen, ohne dass die eigentliche Ursache bis heute geklärt ist.

Auch können manchmal zunächst absolut typische Hitzeanzeichen auftreten, die dann aber nach wenigen Tagen wieder abklingen, bevor sie nach einem kurzen Intervall (Tage bis Wochen) erneut erscheinen. Diese Unregelmäßigkeit wird als „Split-Östrus“ bezeichnet. Genau genommen handelt es sich um einen doppelten Proöstrus, bei dem der erste nicht in einen Östrus mündet. Meistens tritt so etwas bei noch ziemlich jungen Hündinnen auf, die gerade ihre erste Hitze erleben.

Man sollte sich deshalb keine übermäßigen Sorgen machen, wenn eine Hündin mit zwei Jahren noch nicht läufig war oder wenn die erste Hitze nicht ganz typisch verläuft. Beide Erscheinungen kommen relativ häufig vor. Meist renkt sich die Angelegenheit ganz von selber ein.

Typischer Verlauf einer Läufigkeit

Welpen auf der DeckeAuf der Basis von verhaltensbiologischen, morphologischen und endokrinologischen Besonderheiten lässt sich der Läufigkeitsszyklus einer Hündin am sinnvollsten in vier Phasen untergliedern:

  • 1. Proöstrus (Vorbrunst): Länge 9 (1-27) Tage
  • 2. Östrus (Brunst): Länge 9 (4-24) Tage
  • 3. Metöstrus (Nachbrunst) Länge 60 -100 Tage und
  • 4. Anöstrus (Ruhephase) Länge: 5-10 Monate

Proöstrus (Vorbrunst)

Noch bevor die Hündin anfängt, die ersten Blutstropfen zu verlieren (zu „färben“), kann man an ihrem Verhalten etliche Aufälligkeiten bemerken. Fast alle Hündinnen urinieren kurz vor Beginn der Vorbrunst deutlich öfter als sonst. Bisweilen gemahnt ihr Pinkelverhalten an das eines markierenden Rüden, zumal viele Hündinnen bei diesem Ritual in der Hocke auch noch ein Bein anheben. Mit diesem Markieren setzt die Hündin erste Duftmarken, die Rüden auf ihren bevorstehenden Zustand aufmerksam machen sollen – und dies auch wirkungsvoll tun. Nicht selten, zumal wenn man sich oft unter anderen Hunden bewegt, erkennt man eine in Bälde anstehende Hitze am auffallend vermehrten Interesse von vierbeinigen Verehrern, die um die Hündin herumtänzeln und sie sowie ihre Markierungen fasziniert beschnüffeln.

Die Phase der Vorbrunst dauert im Schnitt neun Tage, kann aber auch in seltenen Ausnahmefällen zwischen ein und siebenundzwanzig Tagen anhalten.

Die Phase der Vorbrunst ist für den Hundebesitzer meist leicht zu erkennen. Sie macht sich daran bemerkbar, dass die Vulva der Hündin anschwillt und einen blutigen Scheidenausfluss abzusondern beginnt. Man bezeichnet diese Phase auch als „Beginn des Färbens“. Die Ausflussmenge variiert von Hündin zu Hündin. Während es bei einigen Hündinnen so wenig ist, dass es kaum auffällt, bluten (färben) andere relativ stark und viel.

Bereits jetzt riecht die Hündin für unkastrierte Rüden äußerst interessant, was dazu führt, dass sie kaum von ihr ablassen mögen. Urinmarken, die die Hündin setzt, werden von den Rüden lange und intensiv beschnüffelt und mit Kaubewegungen „inhaliert“. Dabei wirkt die Mimik des Rüden etwas weggetreten und nach innen gerichtet, jedoch voll konzentriert, als wenn er den Geruch der Hündin, ähnlich wie wir einen interessanten Geschmack, voll und genüsslich durchkosten wolle.

Fruchtbar ist die Hündin in dieser Phase noch keinesfalls, und decken lässt sie sich auch noch nicht. Im Gegenteil: Sie reagiert meistens recht zickig auf alle Verehrer, versucht ihnen auszuweichen, knurrt oder bellt sie an oder schnappt sie ab, wenn sie gar zu zudringlich werden oder versuchen, auf sie aufzureiten. Dennoch sollte man seine Hündin, insbesondere gegen Ende dieser Phase hin, sehr gut beobachten, denn der Übergang zur nächsten Phase, der eigentlichen Brunst, ist manchmal schleichend und nicht immer ganz eindeutig festzustellen.

Östrus (Brunst)

Auch die Phase der Brunst dauert im Schnitt neun Tage, schwankt dabei jedoch individuell zwischen vier und vierundzwanzig Tagen. Die Vulva schwillt zunehmend ab. Der Vaginalausfluss wird jetzt zunächst durch die Abnahme des Gehalts an roten Blutkörperchen fleischwasserfarben, dann immer klarer und wässriger und manchmal auch leicht schleimig.

Während der Östrus-Phase finden mehrere Eisprünge statt, meistens am zweiten bis vierten Tag. Die Hündin hat nun ihre fruchtbaren Tage und ist aufnahmebereit. Unweigerlich zieht sie durch ihren Geruch jeden Rüden an und würde sich auch decken lassen, sofern es der Besitzer nicht verhindert. Nähert sich ein Rüde, bleibt sie stocksteif stehen und dreht ihre Rute auf die Seite, wodurch sie ihre angeschwollene Vulva präsentiert, was für den Rüden eine Einladung zum Decken darstellt. Deshalb nennt man diese Phase auch „Standhitze“. Meistens inszenieren Hündin und Rüde vor dem eigentlichen Deckackt ein Vorspiel, bei dem sie umeinander herum kreiseln und neckisch wie Ziegenböckchen herumhupfen und aneinander hochspringen. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen, sondern schon vorher eingreifen, wenn man nicht zweieinhalb Monate später viele hungrige Mäuler versorgen will.

Übrigens kann eine Hündin während ihrer Standhitze durchaus von mehreren Rüden gedeckt werden und auch von mehreren Vätern Junge austragen (sog. Superfetation).

Metöstrus (Nachbrunst)

Die Phase des Metöstrus dauert im Schnitt 75 Tage, schwankt jedoch zwischen 60 bis 100 Tagen. In dieser Zeit klingen die Hitzesymptome sukzessive ab. Die Vulva verkleinert sich wieder auf ihre Ausgangsgrösse. Der Ausfluss wird zunächst meist etwas gelblich und verschwindet allmählich ganz.

Obwohl die Hündin nun rein äußerlich keine Anzeichen von Läufigkeit mehr zeigt, finden in ihrem Körper noch zweieinhalb Monate lang starke hormonelle Veränderungen statt. Die sog. Gelbkörper, die nach den Eisprüngen an den Eierstöcken entstehen, fangen an, das Hormon Progesteron („Schwangerschaftshormon“) zu produzieren. Progesteron sorgt normalerweise dafür, dass nach erfolgter Befruchtung die Embryonen in der Gebärmutter die für ihre Einnistung und ihr Wachstum benötigten idealen Bedingungen vorfinden. Die Gelbkörper produzieren dieses Hormon in dieser Zyklusphase unabhängig davon, ob es zu einer erfolgreichen Befruchtung gekommen ist oder nicht. Das heißt, auch bei Hündinnen, die nicht gedeckt wurden, wird Progesteron produziert. Der erhöhte Progesteron-Spiegel im Blut hält an, bis die Gelbkörper nach neun bis zwölf Wochen wieder automatisch abgebaut werden.

Ein hormoneller „Schwangerschaftstest“ wie beim Menschen ist bei der Hündin deshalb nicht möglich, da sie von ihrem Hormonstatus her gesehen prinzipiell bei jeder Hitze den Vorgang einer Trächtigkeit durchläuft.

Bei manchen, vor allem sehr sensiblen, Hündinnen stößt der sinkende Progesteronspiegel die Ausschüttung des Hormons Prolaktin im Körper an, welches seinerseits die Milchproduktion ankurbelt. Das ist der Grund, warum diese dann mit Symptomen einer sog. Scheinträchtigkeit reagieren, wobei sie ein Gesäuge ausbilden, Milch produzieren und Nestbauverhalten an den Tag legen. Meistens geben sich diese Symptome nach kurzer Zeit oder wenigen Wochen von selber wieder, vor allem, wenn man sie weitgehend ignoriert und die Hündin ablenkt. Nur, wenn sich eine Hündin sehr intensiv in ihre Mutterrolle hineinsteigert, beispielsweise mit ausgeprägter Aggressivität reagiert oder übermäßig laktiert, ist es sinnvoll, tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der evolutive Nutzen dieser Einrichtung der Scheinträchtigkeit, bei der auch ungedeckte Hündinnen Milch produzieren können, lag bei den Vorfahren unserer Hunde, den Wölfen, vermutlich darin, dass rangniedere Wölfinnen, die ja selber keine Jungen bekommen durften, die Leitwölfin damit entlasten oder auch bei ihrem Ausfall eine erfolgreiche Aufzucht des einzigen Jahrgangwurfes eines Rudels gewährleisten konnten.

Anöstrus (Ruhephase)

Der Anöstrus ist als die Ruhephase des Zyklus definiert. Diese Ruhephase kann, je nach individuellem Hitzeintervall, etwa fünf bis zehn Monate dauern. Sie endet erst mit Beginn des neuen Proöstrus, sprich der nächsten Hitze.

In dieser Zeit zeigt die Hündin keinerlei äußere Anzeichen für eine Läufigkeit bei Hündinnen und ist natürlich auch nicht fruchtbar. Ihre Sexualhormone bleiben mehr oder weniger auf gleichem Level (Progesteron) oder schwanken nur ganz leicht (Östrogen). Dennoch sind ihre Eierstöcke in dieser Phase nicht ganz untätig. Es bilden sich nämlich Eibläschen (Follikel) an den Eierstöcken aus, in denen die Eizellen für die nächsten Eisprünge (die erst im Östrus stattfinden werden) heranreifen.

Hündin und Welpen kurz nach der GeburtScheinschwangerschaft oder Scheinträchtigkeit, die es übrigens auch bei Menschen sowie (eher selten) bei Katzen gibt, kommt bei Haushündinnen, insbesondere bei solchen kleiner Rassen, relativ häufig vor. Eine scheinträchtige Hündin verhält sich in vielerlei Hinsicht wie eine werdende oder frischbackene Hundemutter.

Sie ist unruhig, baut Nester, produziert Milch, behandelt Spielsachen wie Welpen, ist ihren Bezugspersonen gegenüber besonders zärtlich, reagiert gegen Fremde, manchmal aber auch gegen ihre Bezugspersonen, eher aggressiv und verlässt ihren Rückzugsort nur äußerst ungern – gerade so wie eine wirkliche Hundemutter.

Die Ausprägung einer solchen „Scheinmutterschaft“ kann sehr unterschiedlich sein: von kaum merklich über „ein bisschen schwanger“ bis hin zu sehr heftig „eingebildet schwanger“.

Hormonelle Ursachen der Scheinträchtigkeit bei Hunden

Scheinträchtigkeit – auch Lactatio sine gravidate, Lactatio falsa oder Pseudogravidität genannt – stellt keine Krankheit dar. Nach heutigem Wissenstand geht man davon aus, dass jede nicht kastrierte und nicht gedeckte Hündin nach der Läufigkeit bei Hündinnen scheinträchtig wird. Bei vielen Hündinnen ist jedoch das Verhalten nicht oder so wenig verändert, dass man als Besitzer nichts oder kaum etwas davon bemerkt.

Die Ursache der Scheinträchtigkeit ist hormonell bedingt. Der Hormonspiegel im Blut ist nämlich bei trächtigen wie bei nichtträchtigen Hündinnen nahezu gleich. Wird eine Hündin während der Läufigkeit nicht gedeckt, sinkt der Spiegel des Schwangerschaftsschutz-Hormons Progesteron in ihrem Blut, während gleichzeitig der Prolaktin-Spiegel ansteigt. Die Prolaktin-Ausschüttung fördert den Milcheinschuss in die Milchleiste der Hündin und ist auch verantwortlich für ihr manchmal verändertes Verhalten.

Biologischer Sinn der Scheinträchtigkeit

Wirkt die Scheinträchtigkeit einer Haushündin für uns Hundebesitzer zunächst verwirrend und paradox, so erschließt sich ihr tieferer biologischer Sinn, wenn wir die Vorfahren unserer Haushunde, die Wölfe, betrachten.

Wölfe leben bekanntlich in Rudeln, in denen eine sehr strenge Rangordnung herrscht. Nur die ranghöchste Wölfin, die Leitwölfin (Alpha-Wölfin), darf sich paaren und Welpen bekommen, da ein Rudel nur eine begrenzte Anzahl von Jungtieren pro Jahr ernähren und aufziehen kann. Alle anderen Wölfinnen sind von der Fortpflanzung ausgeschlossen bzw. wenn sie sich doch einmal paaren und trächtig werden sollten, werden deren Welpen von der Alpha-Wölfin getötet.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Wolfswurfes erhöht sich dadurch, dass die Welpen von zahlreichen Mitgliedern des Rudels, mit denen sie in der Regel verwandt sind, versorgt werden. Weil die Alpha-Wölfin fast immer das erfahrenste und leistungsfähigste Weibchen im Wolfsverband darstellt, können die restlichen Mitglieder des Rudels, beispielsweise bei der Jagd, nicht auf sie verzichten.

Während dieser Zeit springen rangniedere Wölfe als Babysitter und Beschützer der Wolfswelpen ein. Dazu gehört auch, dass die rangniederen Wölfinnen den Nachwuchs säugen, wenn deren Mutter anderweitig beschäftigt und dadurch verhindert ist. Aus diesem Grund müssen sie zur Laktation (Milchbildung) fähig sein, auch wenn sie selbst nicht geworfen haben. Eine scheinträchtige Wölfin hat also den biologischen Sinn, dass sie jederzeit als Amme für die Wolfswelpen dienen kann.

Im Wolfsrudel, in freier Wildbahn, sorgt die Tatsache eines deutlich saisonabhängigen Sexualzyklus – man spricht bei Wölfen von einem saisonalen Monoöstrus – dafür, dass alle Wölfinnen eines Rudels gleichzeitig läufig und später gleichzeitig scheinträchtig werden. Das garantiert, dass sie zur richtigen Zeit als potenzielle Ammen für die Wolfwelpen zur Verfügung stehen.

Diese Fähigkeit ist unseren Haushündinnen im Zuge der Domestikation als altes Wolfserbe erhalten geblieben, macht jedoch unter den Bedingungen des Hausstandes meistens keinen Sinn mehr. Interessanterweise kommt es bei in einem Haushalt gemeinsam gehaltenen Hündinnen recht häufig zur Brunst-Synchronisation, d.h. sie werden gleichzeitig oder kurz hintereinander läufig – ein Phänomen, das höchstwahrscheinlich über Pheromone (innerartlich wirksame Hormone) olfaktorisch gesteuert wird. (Interessanterweise ist das Phänomen der „Brunst-Synchronisation“ auch vom Menschen bekannt. Man hat beobachtet, dass in einem Haushalt zusammenlebende Frauen relativ oft zur gleichen Zeit ihre Menstruation bekommen).

Dauer der Scheinträchtigkeit

Hündinnen mit Symptomen von Scheinträchtigkeit rund 60 Tage nach ihrer Läufigkeit befinden sich in der gleichen hormonellen Situation wie ein tatsächlich trächtiges Tier. Die Symptome der Scheinträchtigkeit können zwischen zehn und dreißig Tagen anhalten und verschwinden danach in der Regel von selbst wieder, indem sie langsam abklingen. Nach dieser Phase folgt eine mehrmonatige Periode, in der die Hormone ruhen, bis dann der nächste Zyklus wieder beginnt.

Auswirkungen von Scheinträchtigkeit auf das Verhalten von Hündinnen

WelpenDie oben genannten hormonellen Veränderungen durchläuft jede Hündin nach der Läufigkeit. Die Veränderungen im Verhalten einer Hündin zeigen sich allerdings sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Während man vielen Hündinnen psychisch so gut wie nichts oder nur recht wenig anmerkt, gibt es auch solche, die regelrecht verrückt spielen und ein reichlich überzogen wirkendes Mutterschaftsverhalten an den Tag legen, das sie an Ersatzobjekten abreagieren.

Das Prolaktin kann bewirken, dass manche Hündinnen in dieser Phase nicht nur auffallend verschmust und anhänglich werden, sondern auch ständig unruhig versuchen, Höhlen oder Nester zu bauen. Sie beginnen dann, Spielzeug, Hausschuhe, Stofftiere und ähnliche Dinge in ihr Körbchen oder in eine ruhige Ecke (Couch, Bett) einzutragen, die sie sich als Nest auserwählt haben und auszupolstern versuchen.

Es soll sogar Hündinnen geben, die sich dafür selber Haare vom Bauch reißen. Die Ersatzobjekte werden dann bemuttert, gepflegt und bewacht. Das Bewachen kann so weit gehen, dass die Hündin gegen Fremde oder sogar gegen ihre eigenen Besitzer aggressiv zu werden und zu schnappen beginnt. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern, denen die Hündin ihre Spielsachen wegnimmt und dann verteidigt, kann ein solches Aggressionsverhalten zum Problem werden.

Der Bauchumfang einer scheinträchtigen Hündin kann deutlich vergrößert sein, obwohl sie eher wenig frisst. Die Milchleiste ist oft deutlich geschwollen und reagiert schmerzempfindlich. Auch können die Zitzen ein milchiges Sekret absondern. Manche Hündinnen belecken und besaugen auch ihr Gesäuge und regen dadurch die Milchproduktion noch zusätzlich an. Andere verweigern ihr Futter, sind weniger lebhaft oder sogar apathisch und wollen nicht mehr mit nach draußen gehen. Allgemein macht eine scheinträchtige Hündin nicht den Eindruck, dass sie sich wohlfühlt oder glücklich ist, sondern erinnert eher an einen Menschen, der an „Weltschmerz“ leidet.

Gegenmaßnahmen

Kleinere psychische Veränderungen lassen sich oft durch gezielte Ablenkung der Hündin erfolgreich bekämpfen. Ausgedehnte Spaziergänge, häufiges Spielen, eher reduziertes Schmusen und keinesfalls am Bauch streicheln oder massieren sind nun angesagt. Auch kann man Spielsachen, die die Hündin zum Kinderersatz auserkoren hat, wegräumen. Besonders wichtig ist es, eine scheinträchtige Hündin nicht etwa auch noch zu verhätscheln und zu bemitleiden, da dies ihre Muttergefühle eher noch verstärkt.

Ein Abmelken der Milch ist ebenfalls kontraproduktiv, da dies die Milchproduktion nur noch mehr ankurbeln würde. Auch Einreibungen der Milchleiste mit irgendwelchen Salben sollte man aus dem gleichen Grund lieber unterlassen. Das Selbstbelecken oder -besaugen kann man mittels eines Bauchverbandes oder eines Halskragens verhindern.

Meistens vergeht eine Scheinträchtigkeit samt der damit verbundenen Symptome nach einigen Wochen ganz von selbst wieder ohne dass eine spezielle Behandlung vonnöten wäre.

Medikamentöse Behandlung

Nur in ganz extremen Fällen sollte man erwägen, die Scheinträchtigkeit mit speziellen Medikamenten wie Beruhigungsmitteln (Diazepam) oder einem Prolaktin-Hemmer (Cabergolin) zu behandeln. Von Hormontherapien mit Östrogenen oder Androgenen ist wegen ihrer massiven Nebenwirkungen eher abzuraten.

Kommt es durch Belecken zu einer Gesäugeentzündung, ist tierärztlicher Rat einzuholen. Salben können hier Linderung verschaffen.

Treten die Probleme bei nachfolgenden Läufigkeiten wiederholt in gleicher Intensität in Erscheinung, so sollte man in Erwägung ziehen, diese ein für allemal durch eine Kastration, am besten in der Ruhezeit zwischen zwei Läufigkeiten, zu lösen. Ob eine Kastration von einer Hundekrankenversicherung oder Hunde OP Versicherung getragen wird, erfahren Sie auf: http://hunde-op-versicherung.eu. Entgegen einem weit verbreiteten volkstümlichen Glauben ist eine richtige Trächtigkeit keine wirksame Therapie gegen erneute Scheinträchtigkeiten, sondern im Bereich der Ammenmärchen anzusiedeln.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*