Kreuzbandriss beim Hund

Wenn dein Hund plötzlich lahmt, dann steckt nicht selten eine Verletzung im Kniegelenk dahinter. Der Kreuzbandriss beim Hund ist dabei die häufigste Ursache und lässt sich oftmals nur mit einer Operation adäquat behandeln.

Wo befindet sich das Kreuzband beim Hund und welche Aufgabe hat es?

Die Kreuzbänder befinden sich im Kniegelenk deines Hundes – es gibt ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Diese dehnbaren Sehnen verbinden den Oberschenkel mit dem Unterschenkel, was sie für eine Bewegungsfreiheit deines Hundes unerlässlich macht. Die Kreuzbänder stabilisieren Ober- und Unterschenkel in ihrer natürlichen Position und sorgen dafür, dass sich diese nicht verschieben.

Das Knie des Hundes wird in seinem Leben größter Belastung ausgesetzt. Sprünge, schnelle Sprints und der ein oder andere Sturz müssen durch das Kniegelenk, samt seiner Muskeln und Bänder, kompensiert werden. Du ahnst vielleicht schon, welcher schweren Arbeit die Sehnen dabei ausgesetzt sind. Vor allem große Hunderassen mit einem höheren Körpergewicht sind nicht selten von orthopädischen Erkrankungen im Knie und an den Kreuzbändern betroffen. Bei ihnen wirkt ein enorm hoher Druck auf den gesamten Bewegungsapparat, wodurch es auch häufiger zu Verletzungen am Knie kommen kann.

Ursachen für einen Kreuzbandriss beim Hund

In den häufigsten Fällen ist ein Kreuzbandriss beim Hund die Folge von degenerativen Veränderungen im Körper des Hundes. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Kreuzbänder deines Hundes im Laufe der Zeit einem gewissen Verschleiß unterliegen und das Risiko, dass die Kreuzbänder reißen im Laufe der Jahre zunimmt. In seltenen Fällen kann aber auch ein Sturz oder ein Unfall zu einem Kreuzbandriss beim Hund führen. Des Weiteren gibt es einige Faktoren, die das Auftreten eines Kreuzbandrisses beim Hund begünstigen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Übergewicht, anatomisch bedingte Fehlstellungen und Bewegungsmangel. Auch wenn dein Hund älter wird, sinkt die Zugfestigkeit der Kreuzbänder, sodass auch hier ein höheres Verletzungsrisiko für einen Kreuzbandriss beim Hund besteht.

Übergewichtiger Beagle
Übergewicht begünstigt einen Kreuzbandriss beim Hund
Bildnachweis: depositphotos.com Fat Beagle, 3 years old, sitting against white background @ lifeonwhite

Vor allem kleine Hunderassen wie beispielsweise Zwergpudel, Yorkshire Terrier, Chihuahua oder der Pavillon, leiden häufiger unter Kreuzbandrissen, da es bei kleineren Hunden häufig im Zusammenhang mit der Luxation auftreten kann. Bei einer Luxation verlagert sich die Kniescheibe aus der Gleitrinne des Oberschenkelknochens. Das kann außerdem zu Gelenkentzündungen führen und Knorpelschäden sowie Lahmheiten nach sich ziehen.

Was genau passiert bei einem Kreuzbandriss beim Hund?

Bei einem Kreuzbandriss beim Hund wird allgemein zwischen zwei verschiedenen Verletzungen unterschieden. Zum einen kann es sich um einen Anriss der Kreuzbänder handeln oder aber um einen vollständigen Riss.

Häufig reißt bei Hunden das vordere Kreuzband. Seltener geht ein Kreuzbandriss beim Hund in Verbindung mit der Verletzung des Kreuzbandes auf der Rückseite einher. Eine ausschließliche Verletzung des hinteren Kreuzbandes kommt hingegen fast nie vor.
Meist tritt ein Kreuzbandriss vollkommen unverhofft auf. Im einfachen Sprint, oder wenn dein Hund kurz mit der Pfote hängen bleibt kann es direkt zum Kreuzbandriss kommen. Eine altersbedingte Bandschwäche geht einem Kreuzbandriss meist ebenso voraus.

Egal ob es sich um einen vollständigen Riss oder um einen Anriss der Kreuzbänder handelt, beides muss schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden und oft ist eine Operation der Kreuzbänder unumgänglich, um die Beweglichkeit deines Hundes zu erhalten und weitere Folgeschäden auszuschließen.

Symptome Kreuzbandriss beim Hund

Da die Kreuzbänder im Gelenk eine stabilisierende Funktion haben, kann infolge eines Risses keine vollständige Stabilität des Kniegelenks mehr erfüllt werden. Das erkennst du zu allererst am Gangbild deines Hundes. Plötzlich beginnt er zu lahmen und lagert das betroffene Bein meist hoch. Auch kann es sein, dass dein Hund anfängt nur noch auf 3 Beinen zu laufen. Dadurch belastet er sein betroffenes Gelenk nicht weiter und erspart sich eine Menge Schmerzen. Infolge der Entzündungsreaktion kann es auch sein, dass das Kniegelenk deines Hundes anschwillt und es zu knackenden oder knisternden Geräuschen beim Laufen kommen kann. Wichtig ist, dass du bei einem Verdacht sofort handeln solltest und deinen Hund zum nächsten Tierarzt bringst. Ein unentdeckter Kreuzbandriss beim Hund führt im weiteren Verlauf zu wechselnden Phasen von Lahmheit, die du deinem Hund besser ersparen solltest.

Wenn dein Hund länger als etwa drei bis vier Tage hinkt und die typischen Anlaufprobleme oder gar Schmerzen beim Auftreten zeigt, dann suche lieber schnell einen Tierarzt auf und vermeide längere Spaziergänge oder intensivere Aktivitäten.

Diagnose des Kreuzbandrisses beim Hund

Dein Tierarzt kann mittels eines einfachen orthopädischen Testes herausfinden, ob es sich um einen Kreuzbandriss handelt. Diese Untersuchung nennt man Sitztest bzw Schubladentest. Dabei wird die Stabilität des Kreuzbandes sowie die Beweglichkeit des Hundebeins durch den Tierarzt geprüft. Ein seitliches Abwinkeln des Knies deines Hundes im Sitzen, sowie ein Verschieben des Unterschenkels nach vorn ist ein deutliches Indiz, was für einen Kreuzbandriss beim Hund spricht.

Behandlungsarten Kreuzbandriss Hund

Bei einem Kreuzbandriss kommt es zuerst einmal darauf an, ob die Kreuzbänder nur angerissen oder komplett durchgerissen sind. Kleine und leichte Hunderassen haben bei angerissenen Kreuzbändern oftmals Glück und können mittels konservativer Therapie behandelt werden. Die betroffenen Hunde werden mit Entzündungshemmern und Schmerzmitteln versorgt. Über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen muss das betroffene Bein geschont werden und anschließend bringt eine Physiotherapie für deinen Hund den entsprechenden Erfolg.

Operation eines Kreuzbandrisses

Für größere und schwerere Hunderassen und bei einem vollständigen Riss der Kreuzbänder ist meist jedoch eine Operation notwendig. Hier wird im Wesentlichen in zwei unterschiedliche Methoden unterschieden.

1. Es wird zur Stabilisierung eine Art Bandersatz im Gelenk befestigt.

2. Die Biomechanik des Knies deines Hundes wird verändert, wodurch eine Stabilisierung erfolgt, ohne einen Bandersatz zu befestigen. Diese Methode ist vor allem für große Tiere geeignet.

Hinsichtlich des Kreuzbandrisses, wird in der Praxis, auf drei unterschiedliche Operationsmethoden zurückgegriffen.

Hund wird untersucht
Bildnachweis: Depositphotos.com Veterinarian examines the dog’s hip @ AntonioGravante

TPLO und TTA

Diese beiden Operationsmethoden beziehen sich darauf, dass die Biomechanik des Knies deines Hundes verändert wird. Sie kommen hauptsächlich bei größeren Hunden zum Einsatz. Die TTA ist dabei eine moderne Weiterentwicklung der bisher häufig angewandten TPLO. Ziel der TTA ist es, einen Vorschub vom Unterschenkelknochen zu verhindern. Dadurch wird die Kräfteeinwirkung auf das Knie deines Hundes deutlich reduziert und auf seinen Oberschenkelknochen umgeleitet.

Bei der Operation deines Hundes wird eine der tragenden Sehnen so in ihrer Funktion verändert, sodass eine Art Zug auf das Gelenk deines Hundes erzeugt wird. Damit wird dem Vorschub eine Art Gegenzug entgegengebracht. Vom Unterschenkelknochen deines Hundes wird ein kleiner Keil entfernt und wiederum mit Hilfe einer äußerst stabilen Platte angeschraubt, um der daran befestigten Sehne mehr Spannung zugeben. Dadurch wird eine deutliche Stabilisierung des Kniegelenks deines Hundes erreicht. Diese Variante bietet den Vorteil, dass dadurch, dass nicht direkt in das Kniegelenk eingegriffen wird, die Entstehung von anschließender Arthrose als Nebenwirkung nahezu ausgeschlossen ist. Außerdem ist die TTA eine sehr schmerzarme Operation die deinen Hund nach der Operation wenig belasten wird.

Tight Rope

Die Tight Rope Methode ist hingegen eine Band-Ersatz-Methode, die hauptsächlich bei kleineren Hunden zum Einsatz kommt. im Gegensatz zur TTA kommt bei der Tight Rope Methode statt der Platte eine Art Metallkäfig zum Einsatz, die dem Kniegelenk deines Hundes zu mehr Stabilität verhilft.

Operationsnachsorge eines Kreuzbandrisses beim Hund

Nach der Operation ist Ruhe das wichtigste Kriterium um sich von einem Kreuzbandriss zu erholen. Mindestens zwei bis etwa vier Wochen sollte dein Vierbeiner das betroffene Bein möglichst nicht belasten. Seine Bewegung sollte sich demnach nur auf das Notwendigste beschränken – dem Absatz von Urin und Kot. Hingegen gilt ein striktes Tobe-Verbot. Dein Hund sollte wenn möglich in dieser Zeit nicht allein zu Hause sein, damit du ihn immer beaufsichtigen kannst. Um ihn schmerzfrei zu halten und damit auch den Heilungsprozess zu unterstützen wird ein Tierarzt ihm Schmerzmedikamente verschreibe, die du nach Anleitung verabreichen solltest.

Leinenpflicht

Auch sechs Wochen nach der Schonzeit besteht noch immer Leinenpflicht. Allerdings kannst du während dieser Zeit schon wieder anfangen, die Belastung auf das Bein und damit auf die Kreuzbänder langsam zu steigern. Hierfür bieten sich vor allen Dingen Spaziergänge an. Auch Physiotherapie kann unterstützend, zur Stärkung der Muskulatur deines Hundes, eingesetzt werden. Etwa 8 Wochen später wird dein Tierarzt dann eine Kontrolle des Kniegelenks mittels Röntgentechnik veranlassen.

Belastet dein Hund sein Kniegelenk zu früh wieder, kann es schnell erneut zu Verschleißerscheinungen kommen und das Risiko einer erneuten Instabilität droht. Im schlimmsten Fall kann das Gelenkentzündungen sowie Arthrose nach sich ziehen.

Vorbeugungsmaßnahmen Kreuzbandriss beim Hund

Am besten beugst du einem Kreuzbandriss vor, indem du deinen Hund von Übergewicht fern hältst. Übergewichtige Hunde sollten dringend abnehmen, um einer stärkeren Belastung von Gelenken, Bändern und Knochen zu entgehen. Hier ist die richtige Ernährung ausschlaggebend.

Auch ein ausgeglichenes Maß an Bewegung kann die Muskulatur deines Hundes kräftigen und verhindert damit Gelenkprobleme vor ihrer Entstehung.
Leidet dein Hund bereits unter Kniegelenkserkrankungen, kann ihm Physiotherapie dabei helfen, degenerative Folgeerkrankungen längst möglichst hinauszuzögern.

Fazit

Mit einem Riss der Kreuzbänder ist bei Hunden häufiger in hohem Alter zu rechnen. Risikopatienten sind oftmals auch übergewichtige und besonders sportliche Hunde, da hier die Belastung der Kniegelenke besonders hoch ist. Auch wenn die Regeneration des Kniegelenks eine Weile dauert, lohnt sich in den meisten Fällen eine Operation, diese stabilisiert das Kniegelenk deines Hundes nahezu perfekt, womit es sich auch nach einem Kreuzbandriss beim Hund wunderbar weiterleben lässt.

Dennoch gilt: solltest du erste Anzeichen auf einen Kreuzbandriss bei deinem Hund vermuten, suche lieber einen Tierarzt auf. Denn je früher der Kreuzbandriss erkannt wird, desto einfacher ist es, deinem Hund zu helfen. Um hohe Tierarztkosten zu vermeiden, ist es sinnvoll, wenn du dich vorher bereits über eine Tierkrankenversicherung oder eine Hunde-OP-Versicherung erkundigst. Im Fall der Fälle zahlt dir diese die Operation und die Kosten für die Nachsorge.

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