Der Hund pinkelt in die Wohnung? Ursachen und Hilfe!

Ein Hund, der stubenrein ist, erfreut jeden Besitzer. Leider gibt es Vierbeiner, die nicht stubenrein sind und die dich als Besitzer an den Rand der Verzweiflung treiben können.
Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Hund wird für den Menschen gestört, wenn der Hund in die Wohnung pinkelt. Ein Hund pinkelt in die Wohnung bei unterschiedlichen Gelegenheiten. Finde die Ursache heraus, um etwas zu unternehmen.

Der Hund pinkelt in die Wohnung – mögliche Ursachen herausfinden

Wenn der Hund in die Wohnung pinkelt, kann dies mehrere Ursachen haben. Es ist wichtig, dass du diese Ursachen möglichst einschränkst, um das richtige Mittel gegen die Pinkelei in der Wohnung zu finden. Es nutzt nichts, wenn du deinem Hund eine gründliche Sauberkeitserziehung angedeihen lässt, wenn er eigentlich gesundheitliche Probleme hat.

Eine der häufigsten Ursachen ist die falsche Erziehung zur Reinlichkeit, im Welpenalter und bei älteren Hunden in der Vorgeschichte.

Hunde müssen regelmäßig vor die Tür. Schaffst du es nicht, deinen Hund in regelmäßigen Abständen den Weg nach draußen zu ermöglichen, ist es schnell passiert: Der Hund pinkelt in die Wohnung.

Mensch schimpft mit Hund
Schimpfen oder gar die Nase in die Pfütze drücken ist komplett falsch! Ein gezieltes Training ist der richtige Weg.
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Ursache: Angst / Freude

Ein paar Hunde pinkeln aus Angst. Fühlt sich dein Hund aus irgendeinem Grund in der Wohnung nicht wohl, zum Beispiel, weil du ihn regelmäßig alleine lässt, bleibt ihm aus seiner Sicht nicht anderes übrig und der Hund pinkelt in die Wohnung.

Auch gibt es Hunde, die vor lauter Freude nicht mehr an sich halten können, zum Beispiel, wenn ihr geliebter Zweibeiner von der Arbeit nach Hause kommt.

Ursache: Gesundheitliche Probleme / Hormone

Ein Hund pinkelt in die Wohnung, wenn er gesundheitliche Probleme hat. Eine Blasenentzündung und Probleme mit den Nieren sind mögliche Krankheitsursachen – unter anderem kann das Hinweise auf Harnsteine, Adipositas oder Diabetes geben. Deswegen solltest Du bei auftretenden Problemen zuerst immer einen Tierarzt aufsuchen. Vor allem dann, wenn das Verhalten Deines Hundes unerwartet auftritt und er sonst eigentlich immer stubenrein war. Lies in diesem Fall unbedingt auch unseren Beitrag über Inkontinenz bei Hunden.

Adipositas (Fettleibigkeit, Übergewicht bei Hunden) tritt übrigens häufig durch das falsche Futter auf. Deswegen empfehlen wir Dir AniFit, damit Dein Hund seine Bikini-Figur hält.

Der Hund pinkelt in die Wohnung, wenn hormonelle Veränderungen gegeben sind. Dies ist bei läufigen Hündinnen der Fall, die einen hohen Drang haben, Rüden anzulocken. Rüden, in deren Umgebung sich eine läufige Hündin aufhält, zu der sie nicht gelangen können, zeigen dieses Verhalten unter Umständen ebenfalls.

Ursache: Revierverhalten

Insbesondere ein männlicher Hund pinkelt in die Wohnung, um sein Revier zu markieren. Hast du regelmäßig Besuch von anderen Hunden und befinden sich andere Haustiere in seinem Revier, kann dies eine Ursache für die Pinkelei sein. Ist der Hund der Überzeugung, dass er der Rudelführer ist, kann der Hund dieses Verhalten zeigen.

Ursache: Unterforderung

Ein Hund pinkelt in die Wohnung, wenn ihm Aufmerksamkeit fehlt, er unterfordert ist und sich langweilt. Sie pinkeln aus Protest und Frust.

Der Hund pinkelt in die Wohnung – wie du dich verhalten solltest

Wenn das Malleur passiert ist, hilft kein Schreien, Schimpfen, den Hund mit der Nase in sein Geschäft drücken oder im schlimmsten Fall auf den Hund einzuprügeln!
Siehst du rechtzeitig, dass der Hund in die Wohnung pinkeln will, sag “pfui” oder “nein”, nimm deinen Welpen auf den Arm und deinen ausgewachsenen Hund an die Leine und bringe ihn vor die Tür.  Erledigt dein Hund dort sein Geschäft, darfst du ihn ausgiebig loben und beachten.

Hast du den Zeitpunkt verpasst und das Unglück in deiner Wohnung ist passiert, ohne dass du es mitbekommen hast, bleibt dir nichts übrig, als die Bescherung gründlich zu entfernen, den Hund zu ignorieren und ihm Auslauf zu verschaffen.

Hat dein Hund sich für bestimmte Stellen in der Wohnung entschieden, solltest du verhindern, dass er sich alleine in deren Nähe aufhält. Achte darauf, dass Du bei Deinem Hund bleibst, sodass er sich dort nicht ungesehen erleichtern kann.

Pinkelt der Hund auf Betten und Sofas sind diese grundsätzlich tabu für deinen Hund. Er darf sie nicht als Liegefläche nutzen und sollte das Zimmer in dem diese Dinge stehen nicht ohne deine Aufsicht betreten.  Teppiche, die gerne zum Pinkeln aufgesucht werden, musst du entfernen oder dem Hund auch in diesen Fällen den Zugang zu den Räumen ohne Aufsicht verwehren.

Nutzt dein Hund die Nachtstunden für seine Pinkelei, ist eine Hundebox der beste Aufenthaltsort für deinen Vierbeiner.
Eine solche Hundebox lässt sich vielfältig einsetzen, sofern du deinen Vierbeiner anständig an diese Box gewöhnt hast. Als Strafbox für die Pinkelei in der Wohnung wird sie nicht eingesetzt. Aber als Unterbringungsort, wenn dein Vierbeiner die Nacht in einem sicheren Raum verbringen soll. Aber auch als Rückzugsort leistet eine Hundebox oder eine Hundehöhle hervorragende Dienste.

Gesundheitliche Probleme abklären lassen

War dein Hund früher stubenrein und pinkelt plötzlich ohne einen für dich erkennbaren Grund vermehrt in die Wohnung, sollte ein Tierarzt abklären, ob dein Hund gesundheitliche Probleme hat. Die gesundheitlichen Ursachen können vielfältig sein. Die Nieren arbeiten nicht mehr richtig. Der Hund wurde kastriert oder es liegen Erkältungskrankheiten vor.
Diese Dinge kannst du als Hundehalter schwer erkennen. Bei ein paar Erkrankungen kommen Begleitsymptome hinzu, an denen du erkennen kannst, dass etwas mit deinem vierbeinigen Begleiter nicht in Ordnung ist. Zum Beispiel wenn das Fell stumpf wird oder ausfällt.

Vermehrter Durst oder fehlender Durst und fehlender Hunger sind Signale, die Anzeichen für eine ernst zu nehmende Erkrankung sein können, die Auswirkungen auf das Harnverhalten deines Hundes haben können.

Ist die Ursache einer Erkrankung gefunden und ist diese behandelbar, hast du gute Chancen, dass sich das Problem wieder löst.

Frau untersucht Hund
Der Grund für das in die Wohnung pinkeln kann auch gesundheitlich sein. Lasse Deinen Hund also in jedem Fall durchchecken!
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Revierverhalten kontrollieren und die Bedingungen ändern

Insbesondere Rüden neigen dazu, ihr Revier zu markieren und jedem anderen auf diese Weise zu zeigen, dass dies ihr Revier ist und sie der Chef in diesem Revier.
Ein Hund, der durch fehlende Konsequenz seinen Platz im Rudel nicht kennt, neigt dazu, sich in der Rangfolge nach oben zu arbeiten. Er verdeutlicht seinen Rang und seinen Platz im Rudel durch das Markieren. Kommt jetzt zu Deinem Rudel ein anderer Hund oder ein anderes Haustier, unabhängig ob zu Besuch oder dauerhaft, sieht sich der Hund gezwungen, diesem neuen Mitglied deutlich zu machen, dass er der Chef im Ring ist.

Bei diesem Problem hilft in den meisten Fällen nur Konsequenz und die Klarstellung eurer Rudelstruktur. Ein dominanter Hund muss lernen, wer der Chef ist und das bist grundsätzlich du. Dieser Hund hat auf der Couch, dem Bett oder dem Sessel nichts zu suchen. Du musst ihm konsequent vermitteln, dass du den Ton angibst. Das hat übrigens nichts mit Schreien oder Gewalt zu tun, sondern einzig und allein mit einer Klarheit und Deutlichkeit in Deinen Anweisungen.

Falls alles nichts hilft, solltest du dir den Rat eines Tierarztes holen und über eine Kastration nachdenken. Eine Kastration ist kein Allheilmittel und zeigt nicht immer den gewünschten Erfolg. Der Tierarzt berät dich über mögliche Folgen, zu denen auch Inkontinenz gehören kann. Alternativ wird inzwischen auch häufig als Test ein Hormonchip genutzt, um zu überprüfen, ob dieses eine Veränderung herbei führt.

Der Hund pinkelt in die Wohnung! Wie du dem Pinkeln aus Trotz und Langeweile begegnest

Es gibt Hunde, die pinkeln aus Trotz in die Wohnung. Entweder, weil ihnen dein Verhalten gerade nicht zusagt, weil sie Langeweile haben oder weil sie unterfordert sind.
Ob dein Hund aus diesen Gründen in die Wohnung pinkelt, kannst du herausfinden, indem du den Hund angemessen beschäftigst und ihn regelmäßig forderst.
Laste deinen Hund geistig und körperlich aus. Nimm dir jeden Tag die Zeit, etwas gemeinsam mit deinem Hund zu unternehmen, das euch beiden Spaß macht.

Hundesportarten wie Agility, Dogdancing, Crossdogging und Fährtensuchen lasten deinen Hund mit Kopf und Körper aus. Lange Spaziergänge, bei denen du einen Ball oder einen Apportiergegenstand mitnimmst, den dein Hund bei einer schönen Dummyarbeit suchen kann, erfreuen euch beide. Auch Dinge wie ein Schnüffelteppich bieten immer mal wieder Abwechslung im Alltag.

Festige eure Bindung durch Spiele und regelmäßige Übungen zur Unterordnung und Leinenführigkeit.
Muss dein Hund eine längere Zeit alleine zu Hause bleiben, gibt es Hundespielzeug, mit denen dein Hund sich über einen gewissen Zeitraum beschäftigen kann, um an außergewöhnliche Belohnungen zu gelangen.

Der Hund pinkelt in die Wohnung! Bevorzugte Plätze und wie du diese Plätze behandeln solltest.

Pinkelt ein Hund in die Wohnung kann dies an bevorzugten Plätzen geschehen. Ein paar Vierbeiner gewöhnen sich an, regelmäßig an die gleichen Stellen zu gehen, um diese zum Pinkeln zu nutzen.
Glatte Fliesenböden sind in diesem Fall am einfachsten zu reinigen. Teppiche, Vorhänge, Möbelbeine und in extremen Fällen die Betten, werden unter Umständen gerne vom Hund aufgesucht.
Der Geruch, den dein Hund dabei hinterlässt, animiert ihn, die Orte immer wieder aufzusuchen.

Um zu verhindern, dass dein Hund diese Plätze weiter nutzt, bleibt dir nichts anderes übrig, als diese Orte gründlich von den Urinspuren zu reinigen. Bei Bettwäsche, Vorhängen und Decken reicht die Waschmaschine. Ist der Urin in die Matratze gedrungen, hat die Bodendielen aufquellen lassen oder landet der Urin regelmäßig auf deinem Teppich, hilft oft nur, das Entfernen von Teppich, Dielen und Matratze.

Fliesen putzen
Ist das Malleur passiert, hilft nur eins: Putzen! Beseitige die Pipi-Stellen umgehend.
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Es reicht nicht, wenn du ein Papiertuch nimmst und die Bescherung beseitigst. Bei abwaschbaren Flächen darfst du das Reinigungsmittel nicht vergessen. Im hartnäckigen Fällen solltest du auf spezielle Reiniger zurückgreifen, die alle Urinspuren und Düfte entfernen. Sind deine Polster in Mitleidenschaft gezogen, kommst du hier um eine Polsterreinigung nicht rum.
Der Grund für eine außergewöhnlich gründliche Reinigung ist simpel. Die Gerüche, die deinen Hund animieren ständig an die gleichen Stellen zu pinkeln, müssen verschwinden. Uringeruch in deiner Wohnung und die bakterielle Verschmutzung beeinträchtigen auch dein Leben.

Die Katzenkiste als Zwischenlösung

Niemand, dem die Zeit fehlt, seinem Hund regelmäßig Beschäftigung und Auslauf anzubieten, sollte sich einen Hund anschaffen. Dennoch gibt es im Leben Situationen, in denen es erforderlich sein kann, dass der Hund weniger Auslauf bekommt, als er nötig hätte. Zum Beispiel, wenn sein Herrchen oder Frauchen aus gesundheitlichen Gründen das Haus nur bedingt verlassen und kein anderer einspringen kann.

Ein Hund, der keine andere Möglichkeit hat, wird über kurz oder lang in die Wohnung pinkeln müssen.
Besonders bei kleinen Hunden könnte in dieser Zeit eine Katzenkiste verhindern, dass der Hund wild in der Wohnung seinen Urin verteilt.
Einmal an die Katzenkiste gewöhnt, wird der Hund diese im Notfall aufsuchen können, um sein Geschäft zu erledigen.

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Fazit

Wenn der Hund in die Wohnung pinkelt, wird das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier ein Problem. Abhängig von der Ursache gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Problem zu bewältigen. Grundsätzlich gehören Konsequenz, Erziehung und Ausdauer vom Hundehalter zu den Wegen, die zum Erfolg führen können.
Dem Hund im Welpenalter Stubenreinheit anzuerziehen ist kein Hexenwerk. In späteren Jahren bedeutet es mehr Zeit, Mühe und Ursachenforschung vom Halter und dem eventuell hinzugezogenen Tierarzt.

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