Der Assistenzhund – mehr als nur ein Alltagshelfer!

Assistenzhunde gehören in Ländern wie den USA längst zum alltäglichen Begleitbild vieler Menschen. Ein Assistenzhund könnte zum Beispiel bei posttraumatischen Belastungsstörungen wie bei ehemaligen Soldaten eingesetzt werden, aber auch Opfer von Gewalttaten und Zeugen selbiger werden mit gut ausgebildeten Assistenzhunden viel Freude haben. Freude klingt im Augenblick vielleicht etwas skurril für Dich als Leser, aber ein Hund, der Dir assistiert, dient nicht nur der Hilfe im Alltag, sondern auch dem Wohlbefinden und dem Zustand, wieder lächeln zu können. Hunde können auch das Sozialleben verbessern, was ihre assistierende Fähigkeit auch in anderen Belangen unter Beweis zu stellen weiß. Möchtest Du mehr über die Ausbildung eines Assistenzhund erfahren? Magst Du wissen, wann die Hunde wo zum Einsatz kommen? All das und noch viel mehr, erfährst Du hier.

Die Einstufung eines Assistenzhundes

Assistenzhunde sind nicht gleich Assistenzhunde. Das klingt auf dem ersten Blick natürlich verwirrend, aber sie werden ganz unterschiedlich zu ihren Einsatzgebieten eingearbeitet, ausgebildet und entsprechend geschult. Das bedeutet, dass ein Hund für Veteranen nicht mit einem Blindenhund gleichzusetzen ist. Die gesamte Schulung des Vierbeiners vom Welpenalter an, ist eine ganz andere. Die Einstufungen sind daher ausgesprochen wichtig, damit Du erkennen kannst, welcher Hund für Dich, ein Familienmitglied, einen Bekannten oder guten Freund von größtmöglicher Lebensqualität sein kann. Folgende Einstufungen gibt es, die womöglich auch Dein Interesse erwecken können.

Übrigens: Assistenzhunde und Therapiehunde unterscheiden sich. Wenn Du Dich auch über einen Therapiehund informieren möchtest, haben wir Dir alle wichtigen Informationen zusammen getragen.

Der Blindenhund

Blindenhunde sind Begleithunde für den Alltag von sehbehinderten oder erblindeten Menschen. Sie sollen die Orientierung im Alltag erleichtern, an Ampeln für mehr Sicherheit sorgen, Lifte, Zebrastreifen sowie Treppen erkennen und als Barriere hilfreich umgehen oder überstehen. So sind Blindenhunde nur für Sehbehinderte und Blinde geeignet, da ihre Schulung auf den Alltag mit Blinden spezialisiert ist.

Blindenhund
Der Blindenhund ist wohl der bekannteste Assistenzhund.
Bildnachweis: depositphotos.com Guide dog @ c-foto

Service Hunde

Der Service Hund ist eine ganz spezielle Schulung gewohnt, da er einen ungemeinen Nutzen im Alltag hat. Aus diesem Anlass ist er nicht selten bei älteren Menschen im Einsatz. Denn er hebt Gegenstände auf, steht für unterschiedliche Aktivitäten zur Seite und ist natürlich auch als Hund für viele Tätigkeiten da. Dieser Hund ist ein wahrer Allrounder und deswegen für viele Menschen ein toller Begleiter.

Medizinische Signalhunde

Signalhunde aus dem medizinischen Schulungsbereich haben einen wichtigen Stellenwert für Menschen, die zum Beispiel chronisch krank sind. So meldet sich der Vierbeiner, wenn Epileptiker einen Anfall bekommen, damit diesem schnell Hilfe zuteilwird. Auch Diabetes Patienten werden an ihre Insulin-Vergabe erinnert oder kranke Menschen an ihre Pillen. Es gibt sogar speziell trainierte Hunde, die Epileptikern während eines Anfalls zur Seite stehen und helfen, aber auch bei anderen Krankheitsbildern. Deswegen sind medizinische Signalhunde so wichtig, damit Du zum Beispiel nicht allein sein musst.

Gehörlosenhunde

Wenn jemand schwerst hörig ist oder gar taub, der hört nicht, wenn es schellt, wenn Gefahr droht und mehr. Da kommen speziell geschulte Gehörlosenhunde zum Vorschein, welche Dir oder Verwandten zur Seite stehen werden. Sie machen sich bemerkbar, wenn es gerade klopft oder schellt, das Baby ruft oder ähnliches. Der Vierbeiner weist Dich somit auf die jeweilige Lärmstelle hin und zeigt Dir auf, wo Du hin musst.

Auffällig ist, dass ein Assistenzhund wirklich hilfreich ist, um Dir den Alltag zu erleichtern. Gerade dann, wenn Du ein Handicap hast, ist der Assistenzhund wichtig und hilft Dir, wo immer Du Hilfe benötigst. Gehandicapt oder posttraumatische Belastungsstörungen sowie Angststörungen sind ebenfalls bei einem Assistenzhund wichtige Einstufungskriterien, um einen Hund wie für Dich gemacht und Deine Bedürfnisse erwünscht, vorzufinden.

Die Dauer der Ausbildung zum Assistenzhund richtet sich nach den Bedürfnissen

Eigentlich solltest Du ja Deinen Hund führen, aber es gibt Situationen, wo dies genau umgekehrt geschult wird. Diese Schulung dauert allerdings zeitlich etwas unterschiedlich, weil die Bedürfnisse ganz variable sein können. In aller Regel werden Vierbeiner zwischen 12 und 24 Monate geschult und darauf trainiert, Deinen Alltag zu erleichtern, in Notsituationen zu helfen und Dir beizustehen sowie Dich unter Umständen zu führen, wenn Du zum Beispiel blind oder taub bist. Es wird im Übrigen auch eine Prüfung abzulegen sein, um zu erkennen, dass genau dieser geübte Vierbeiner wirklich alles wie aus dem FF beherrscht, um Dir als Assistenzhund beizustehen. Assistenzhunde müssen aus diesem Anlass schon eine “harte” und “spielerische” Schulung durchlaufen, um später für Dich im Einsatz sein zu können.

Welche Vierbeiner eignen sich besonders gut als Assistenzhunde?

Es gibt viele Hunde, denen Du natürlich auch Dein Herz ausschütten kannst, die Dich durch den Alltag begleiten und mehr. Viel wichtiger ist aber, dass sich gewisse Hunderassen als Assistenzhund geradezu perfekt eignen, um Dir im Alltag wirklich zu helfen. Darunter fallen folgende Rassen, damit Du mal einen Eindruck hast, welche Hunde vor allem als Assistenzhund aktiv sind. Das liegt an ganz unterschiedliche charakterliche Eigenschaften, aber auch an dem Hundewesen selber, sodass Du da wirklich auch Deinen Welpen praktisch mal zu einer entsprechenden Ausbildung schicken kannst in der Hoffnung, dass dieser als Assistenzhund eine aktive Laufbahn für Dich, Deine Kinder etc. anstrebt.

Assistenzhunde können also ganz unterschiedlicher Rassen entsprechen. Denn sie müssen vor allem gesund und lernwillig sein. Dazu kommt, dass manche Hunde aufgrund einer natürlichen Neugier und dem Wunsch “gefördert zu werden” sich perfekt für die Ausbildung zum Assistenzhund eignen. Die oben erwähnten Rassen sind, bis auf der Pitbull, in Deutschland überwiegend als Assistenzhund aktiv. Wieso der Pitbull nicht? Dieser fällt nach deutschen Gesetzen unter die “Rassenliste” und würde gesonderte Auflagen mit sich bringen, häufig sogar das Tragen eines Maulkorbs. Zudem ist sein Ruf durch falsche Haltung in Verruf geraten, aber die Amerikaner machen es vor und zeigen, wie familiär und hilfsbereit eine gute Erziehung beim Hund ist, sodass eine verrufene Rasse auch als Assistenzhund dort sehr beliebt ist.

Die Ausbildung zum Assistenzhund ist nicht günstig

So schön ein Vierbeiner als Assistenzvierbeiner im Alltag ist, die Ausbildung dazu ist nicht günstig. Im Schnitt darfst Du mit 6000 bis 9000 Euro rechnen. Diese Preise sind schwankend, weil natürlich je nach Bedarf der Aufwand größer ist. Doch hier sprechen wir in aller Regel von Preisen für einen von Dir erworbenen Hund, den Du teils mit selbst ausbildest. Ansonsten können die Kosten für Assistenzhunde sogar bis zu 25.000,- Euro betragen, was natürlich kaum für die meisten Menschen, aus der eigenen Tasche zu zahlen ist.

Und dabei kann ein “normaler Hund” schon richtig viel Geld kosten. Wie viel erfährst Du in unserem Beitrag was kostet ein Hund

Wird der Assistenzhund von den Krankenkassen übernommen?

An dieser Frage werden sich die meisten Meinungen wohl scheiden. Es gibt tatsächlich Fälle, wo der Blindenhund wirklich teilweise von den Krankenkassen mit gefördert wurde. Doch dies ist immer mit einem Kampf verbunden, denn im Regelfall stellen sich sowohl private Krankenkassen, als auch gesetzliche Krankenkassen quer. Viele finanzieren den Vierbeiner daher selber oder bekommen diesen durch Spenden.

Das Hundealter zur Ausbildung eines Assistenzhundes ist nicht unwichtig

Eigentlich heißt es immer, je früher, desto besser. Ganz falsch ist der Gedanke nicht, wenn Du einen Welpen zum Assistenzhund ausbilden lassen möchtest. Es ist aber keineswegs so, dass Assistenzhunde nicht auch im Alter trainierbar wären und noch lernen können. Da die meisten Vierbeiner aber ab dem 8 Lebensjahr schon in ihrer wohlverdienten Rente leben, ist der frühzeitige Einstieg zur Assistenzhund-Ausbildung wichtig, wie Du sicherlich verstehen wirst.

Solltest Du Dich für einen Welpen entscheiden, informiere Dich früh genug über die nötige Erstausstattung für Welpen.

Der Assistenzhund ist von seiner Aufgabenvielfalt absolut begeistert

Um direkt vorwegzunehmen, die Vierbeiner freuen sich über neue Aufgaben und ihre alltäglichen Aufgaben für Dich beziehungsweise zu Deinen Gunsten. Der Spaß steht für einen Hund somit stets im Vordergrund, was sich schon in der Ausbildung zum Assistenzhund herauskristallisieren wird. Die meisten Vierbeiner sind gerne und viel beschäftigt, sodass sie die Aufgaben nur allzu gerne für Dich ausführen. Natürlich sollte niemals übertrieben werden, aber das ist auch bei einem ganz normalen Hund ohne Assistenzfähigkeiten so, dass Du diesen niemals mit Kommandos überfordern solltest.

Hund hält Telefon
Die Aufgaben eines Assistenzhundes können sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel das Anreichen von Dingen wie dem Telefon.
Bildnachweis: Depositphotos.com Dog phone telephone @ damedeeso

Die gesetzlichen Regelungen für Assistenzhunde in Deutschland

Die gesetzliche Regelung gerade in Deutschland ist teils kommunalabhängig, was es nicht immer leicht macht, die Lage zu durchblicken. Es ist aber keineswegs so, dass die Assistenzhunde vergessen wurden.

Die deutsche Gesetzgebung erlaubt es, dass Assistenzhunde für Blinde und schwer sehbehinderte Menschen auch in Lebensmittelgeschäften Zutritt genießen. Derweil in Hamburg sogar die Anleinpflicht entfällt, weil die Prüfung zum Assistenzhund auch einer Gehorsamskeitprüfung gleichzusetzen ist. Während Du in Niedersachsen einen Sachkundenachweis benötigst, um nach Paragraf 2 in Hundeverbringungs- und -einfuhrverordnung – HundVerbrEinfVO den Vierbeiner führen zu dürfen.

Du kannst daran schon selbst erkennen, dass man erst einmal von Region zu Region nachfragen muss, welche Regelungen es dort gibt, da diese deutschlandweit in den 16 Bundesländern nicht überall gleich sind. Dann kommt es sogar auf die Rasse an, was manchmal einiges erschwert.

Du möchtest mit Deinem Hund auch eine Prüfung ablegen? Dann lies mehr über die Begleithundeprüfung und wofür Du sie nutzen kannst.

Der Assistenzhund – wo wohnt dieser während der Ausbildungszeit?

Jetzt kommt natürlich eine sehr wichtige Frage, denn wo wohnt denn der zukünftige Vierbeiner, während dieser ausgebildet wird? Das variiert nach den unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten, sodass Du hier keine einheitliche Antwort bekommen wirst. Vielleicht helfen Dir die folgenden Informationen, um zu erkennen, wann auch Dein Vierbeiner womöglich bei Dir endlich zu Hause ist.

Selbst-Ausbildung eines Assistenzhundes

Wenn Du einen Vierbeiner vom Züchter holst oder wo anders her, und diesen selbst mit ausbilden möchtest, dann wohnt dieser bei Dir. In aller Regel kommt der Ausbilder dann vorbei, trainiert mit Dir und dem Hund gemeinsam. Eine sehr gute Möglichkeit, um das Vertrauen zueinander zu stärken, sodass diese Methode aber auch sparsamer ist, als wenn Du einen frisch ausgelernten Assistenzhund käuflich erwirbst.

Die Fremdausbildung durch den Ausbilder

Hier ist es so, dass die Hunde in aller Regel ausnahmslos beim Ausbilder leben. Sie werden nach etlichen Fortschritten bereits mit dem Halter in Kontakt treten, damit das Vertrauen aufgebaut werden kann. Denn nicht immer ist eine direkte Sympathie, vielleicht auch von Deiner Seite, gegeben. Die Eingewöhnungsphase folgt dann unter Anleitung der Ausbilder, damit auch im Nachhinein alles reibungslos zwischen Euch klappt.

Die Kombi-Wohn-Ausbildung

Bei dieser Variante wohnt der Hund erst auch bei Dir oder einer Patenfamilie, damit der Vierbeiner die Umgebungen kennenlernt, Geräusche hört und die Umgebungen mit unterschiedlichen Menschen, Gegebenheiten etc. kennenlernen kann. Die Ausbildung verläuft teils parallel und dann kann nach der erfolgreichen Prüfung der Vierbeiner gerne zu Dir kommen, weil er jetzt neben den Prüfkriterien auch im Alltag eine gute Figur macht.

Du weißt also jetzt auf Anhieb, wann und wie ein Assistenzvierbeiner ausgebildet wird. Dieser muss eine Prüfung ablegen, ehe er zu Dir kann, aber das hast Du wahrscheinlich erwartet, oder? Erst dann kannst Du die Hilfe im Alltag auf vier Pfoten und mit einem knuddeligen Fell daheim begrüßen, was Dir auch viel Lebensqualität wiedergibt sowie die sozialen Fähigkeiten wieder steigert. Doch auch Dein Selbstbewusstsein wird sich mit Deinem neuen Assistenzhund steigern und dieser Chance solltest Du dich nicht verwehren.

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